FANDOM


Vorwort

Die Welt seit der Zerstörung

Im Land

"Seanchan" ist das siebzehnte Kapitel von Die Welt von Robert Jordans Das Rad der Zeit.

© Robert Jordan, Übersetzung von Nessaia Quelle: http://wot.books.free.fr/world/

InhaltBearbeiten

"In der Höhe sind die Pfade mit Dolchen gepflastert."

-- Seanchan Sprichwort

Obwohl ihr Land viel weiter entfernt ist von unserem als Shara, beinahe dreitausend Wegstunden über den Aryth-Meer, müssen die Menschen von Seanchan im Licht der jüngsten Ereignisse ernst genommen werden. Um die Seanchan zu verstehen, ist es notwendig, zuerst ihre Geschichte zu verstehen, ebenso wie den Anteil unserer Vorfahren darin. So wie Artur Falkenflügel größtenteils verantwortlich ist für viele der gegenwärtigen Nationen und Bräuche, so hat sein Sohn Luthair Paendrag Mondwin einen noch größeren Anteil an Seanchan. In einem höheren Maß, weil im Gegensatz zum Königreich seines Vaters steht Luthairs Vermächtnis noch vollständig und stark, um ihn zu ehren.

Randland-the-wheel-of-time-45580 970 1206

Bevor Falkenflügel Luthair und seine Armeen über den Ozean sandte, war Seanchan ein sich ständig verändernder Flickenteppich von Nationen unterschiedlicher Größe, da sich Grenzen durch die häufigen Kriege änderten, da Nationen im ganzen geschluckt oder geteilt wurden, und Rebellionen Teile absplitterten, die manchmal zu nationaler Selbständigkeit heranwuchsen und manchmal aufgezehrt wurden.

Aes Sedai, die offenen Gebrauch von ihrer Macht machten, formten zeitweilige Allianzen mit einander, wenn sie zum Beispiel einer aus ihrer Mitte folgten, die einen Thron errungen hatte, aber in der Realität war jede Frau für sich, alle intrigierten und verschworen sich, um aufzusteigen. Tatsächlich war das die Art von jedem in Seanchan, nicht nur von den Aes Sedai. Die wenigen, die wirklich wahrhaft treu zu ihrem Wort standen, wurden als Narren angesehen. Mord war der am weitesten verbreitetste Tod unter Aes Sedai, und unter allen, die Macht erhalten hatten.

Seanchan rpg

Beinahe seit der Zerstörung der Welt war Seanchan ein Land von Intrigen und beinahe konstanter Kriegsführung gewesen. Allianzen waren immer nur zeitweilig, normalerweise für die Dauer eines Krieges und überdauerten oft nicht mal die Dauer dessen. Es war nicht ungewöhnlich für eine Nation, am Anfang mit einer Seite alliiert zu sein, und am Ende mit der anderen, und bei mehr als ein paar Gelegenheiten wechselten Nationen die Allianzen mehr als einmal während dem Verlauf des Krieges. Keine Nation traute der anderen.

Seanchan

Diese misstrauische, intrigante Spaltung war der Hauptgrund dafür, dass Luthair Paendrag und seine Nachkommen in der Lage waren, ganz Seanchan zu erobern. Einige Nationen verbündeten sich mit ihm gegen die anderen, aber keine hielt sich konstant. Vermutlich traute Luthair Pendrag, den die Seanchan begonnen hatten, den Hammer zu nennen, nicht länger irgend einem der Eingeborenen, noch taten es seine Nachfahren oder die Nachfahren seiner Soldaten und Bediensteten. Luthair hatte, geerbt von den Schwierigkeiten seines Vaters, ein tiefgreifendes Misstrauen gegen Aes Sedai mitgebracht. Als er die mörderische Natur der Aes Sedai entdeckte, die Seanchan regierten, wuchs das Misstrauen in vollständigen Hass.

Eine NationBearbeiten

Seanchanbanner
Das Siegel des Seanchan-Imperiums ist ein goldener Falke im Flug, der drei Blitze in seinen Klauen hält.

Das imperiale Banner ist eine breite Borte von Königsblau um ein weißes Viereck mit einem goldenen Falken im Flug, der drei Blitze in seinen Klauen hält. Wenn die Kaiserin (oder der Kaiser) anwesend sind, ist es mit goldenen Fransen besetzt; wenn der Erbe des Thrones anwesend ist, mit blauen.

Es ist das gleiche Banner, das Falkenflügels Sohn Luthair Paendrag während seinem Eroberungszug von Seanchan trug. Es hat seit seinem Sieg unverändert überdauert.

Vermutlich blieben jene Allianzen, die mit Luthairs Nachkommen geschlossen wurden, erhalten, da es seit dem klar war, dass Luthairs Dynastie die große Macht in Seanchan war. Der erste Adel des Kaiserreiches von Seanchan wären alles Nachkommen von Luthair Paendrags Gefolgsleuten und es würde Jahrzehnte dauern, bevor andere "zum Blut" erhoben werden würden.

Die Eroberung, auch der Zusammenschluss genannt, dauerte beinahe dreihundert Jahre, und weitere zwei Jahrzehnte vergingen, bevor der letzte Widerstand ausgelöscht wurde und Luthairs Nachkommen ein Land in vollkommenem Frieden regierten. So weit ein Kaiserreich im Frieden sein kann.

Das zweite, das es Luthair Paendrag ermöglichte, solch ein riesiges Land zu erobern, und eines mit so vielen widerspenstigen Aes Sedai, war die Entdeckung des A'dam, der es ihm ermöglichte, gefangene Aes Sedai zu zwingen, ihm zu dienen, und später die Entdeckung von Sul'dam, was bedeutete, dass er auch nicht  länger verbündete Aes Sedai brauchte. Es gibt keinen Zweifel, dass die derzeitige Macht der imperialen Familie über den ganzen Kontinent direkt verbunden ist mit der Unterwerfung und Kontrolle aller seanchanischen Aes Sedai. Es ist einigermaßen sicher, dass Luthair am Anfang wusste, dass Sul'dam Frauen waren, die darin unterrichtet werden könnten, die Eine Macht zu nutzen, aber mit seiner Antipathie gegenüber Aes Sedai hielt er diese Information sicher zurück. Wahrscheinlich ging sie innerhalb von hundert Jahren verloren.

Die Macht anleinenBearbeiten

Im modernen Seanchan werden junge Frauen auf die Fähigkeit getestet, die Macht zu lenken, in dem sie jedes Jahr das Armband tragen müssen, bis sie das Alter des Erscheinens überschreiten. Jene, denen die Fähigkeit angeboren ist, werden Damane und somit unmittelbar angeleint und in Dienst genommen. Sie werden komplett aus allen Familienberichten gestrichen und aus den Einwohnerbüchern, da Damane zu sein heißt, weniger als ein Mensch zu sein. Da sie zu wertvollen Sklaven werden, werden Damane selten getötet, sogar für Verstöße, die für einen geringeren Sklaven den Tod bedeuten würden. Sie werden manchmal als Bestrafung grausam verstümmelt, da man die Macht auch ohne Hände, Füße oder Zunge lenken kann.

Junge Frauen, die die Fähigkeit zeigen, den A'dam zu nutzen, aber nicht die Macht lenken können, werden Sul'dam, oder "Leinenhalterin" und für ihre Fähigkeit geehrt, und ihre Familie erhält ebenfalls oft Ansehen dadurch. Sie werden in der Betreuung und Behandlung von Damane unterrichtet, fast genauso wie ein Jäger darin unterrichtet wird, seine Hund zu kontrollieren, außer dass die Verbindung weitaus persönlicher ist. Erkennbar an dem roten Aufnäher mit dem silbernen gezackten Blitz auf der Brust und an den Seiten ihrer dunkelblauen Kleider sind Sul'dam für jede Handlung der Damane unter ihrer Kontrolle verantwortlich. Durch den Lauf der Natur gibt es immer viel mehr Sul'dam als Damane. Deswegen ist es nicht ungewöhnlich für eine Damane, viele verschiedene Sul'dam im Verlaufe ihres Lebens zu haben.

Die Damane werden nicht nur als Waffen genutzt, sondern helfen auch bei der Konstruktion von großen Brücken oder Gebäuden, die ohne die Eine Macht unmöglich oder schwer zu bauen wären. Die wenigen Damane, die stark mit Erde (überwiegend eine männliche Stärke) sind, erspüren und veredeln Metalle und rare Erze, und sind heiß begehrt. Einige Damane werden auch benutzt, die Kranken und Verletzten zu heilen, allerdings nur unter jenen, die reich sind oder der Oberschicht angehören. Häufig wird ihre Heilung aber abgelehnt wegen dem Glauben, dass Aes Sedai nicht menschlich sind - ungefähr als würde man einem Hund erlauben, einen zu heilen. Das ist vermutlich der Grund, dass die Fähigkeit selbst selten ist. Die Fähigkeiten, die von Damane gezeigt werden, unterscheiden sich sehr von denen, die in vielen Gebieten von Aes Sedai gezeigt werden.

Männer, die die Macht lenken können, werden getötet und aus allen Aufzeichnungen gelöscht.

A'dam
Der A'dam ist ein Ter'angreal, von dem angenommen wird, dass es ihn nur in Seanchan gibt, und der benutzt wird, um Frauen zu kontrollieren, die die Macht lenken können. Gewöhnlich besteht er aus einem silbrigen metallischen Halsband und Armband, verbunden durch eine Kette aus dem gleichen Material. Der A'dam kann nur von einer Frau benutzt werden, die zumindest das Potential hat, die Macht zu lenken, und er hat keinen Effekt auf Frauen, die das nicht können. Der Ter'angreal erschafft eine Verbindung zwischen den zwei Frauen, so dass die Trägerin des Armbandes ihre Wünsche und Bedürfnisse der angeleinten Frau aufzwingen kann. Wenn ein Mann, der die Macht lenken kann, mit einer Frau durch einen A'dam verbunden wird, ist das Resultat grundsätzlich ein qualvoller Tod für beide. Selbst einfach nur den A'dam zu berühren kann einem Mann, der die Macht lenken kann, Schmerzen zufügen, wenn der A'dam von einer Frau getragen wird, die die Macht lenken kann.

Der erste A'dam wurde von einer Aes Sedai gemacht, Deain, die ihn zu Luthair Paendrag brachte in der Annahme, sich bei ihm einschmeicheln zu können. Sie wusste, dass er keine Aes Sedai in seiner Armee hatte, und größtenteils hassten ihn die Aes Sedai. Deain glaubte, dass Luthair vermutlich gewinnen würde und fühlte, dass man sie reich belohnen würde, wenn sie ihm ein Geschenk brachte, das ihm die Macht der Aes Sedai aushändigte, ob freiwillig oder nicht. Einige Jahre später wurden die ersten Sul'dam gefunden - Frauen, die es lernen konnten, die Macht zu lenken und den Funken hatten, aber nicht wirklich ohne Training die Macht lenken können würden. Diese Frauen wurden für ideale Aufseher über die Damane, die Angeleinten, gehalten. Für ihre Mühen wurde Deain mit Einkerkerung durch ihre eigene Erfindung verurteilt. Sie war, trotz allem, Aes Sedai und somit konnte man ihr nicht trauen. Es wird gesagt, dass ihre Schreie "die Türme der Mitternacht erzittern ließen".

Als der A'dam in den regulären Gebrauch überging, verschwand der Titel Aes Sedai vollständig aus Seanchan und die, die die Macht lenken konnten, wurden in Marath'damane umbenannt, oder Jene, die Angeleint werden müssen.

KlassenstrukturBearbeiten

Seit Luthairs Eroberung hat sich Seanchan in eine Nation verwandelt, die in Schichten unterteilt ist und wenig Bewegungsfreiheit zwischen den Rängen ermöglicht. Damit ist nicht gesagt, dass es keine Machtkämpfe gibt, nur dass beinahe alle von ihnen zwischen Mitgliedern der gleichen Klasse stattfinden. Die Gesellschaft basiert auf dem Konzept, dass jeder einen Platz hat, an dem er dient, und jeder sollte auf seinem Platz bleiben.

Die niedrigste Klasse in Seanchan sind gewöhnlich die Da'covale oder "jene, die Eigentum sind", oder einfach "Eigentum". Zweifellos war Luthair überrascht über eine Kultur, die es erlaubte, Menschen zu kaufen und zu verkaufen wie Tiere und Haushaltsgegenstände, aber falls die Eroberer jemals vor hatten, diese Institution auszuradieren, haben sie versagt. Tatsächlich scheint das meiste der zugrunde liegenden Kultur und der Bräuche von Seanchan die Invasion unverändert überlebt zu haben. Man kann sagen, dass Seanchan ganz einfach seine Invasoren absorbiert hat.

Ironischer weise, vielleicht wegen der weit verbreiteten Sklaverei, werden Ehre und Macht in Seanchan nicht notwendigerweise mit Freiheit gleichgesetzt, so wie es in den meisten anderen Ländern ist. Gemeine und Händler sind im Rang genau über niederen Sklaven, aber viele Sklaven aus der Oberschicht, so wie die So'jhin, die erblichen höheren Diener des Blutes, stehen im Rang über freien Männern und Frauen. Einige der meist geehrtesten und mächtigsten Mitglieder der seanchanischen Gesellschaft sind eigentlich das Eigentum der Kaiserlichen Familie. Es ist eine seltene Ehre für einen Gemeinen von freier Geburt, als ein hochklassiger Sklave ausgesucht zu werden, aber eine, die begierig gesucht wird, da es einer der wenigen Wege ist, sich über den eigenen Geburtsrang zu erheben. Der Verlust der Freiheit, selbst für zukünftige Generationen, wird für einen kleinen Preis gehalten, den man für solch eine Beförderung bezahlt.

Der höchste Platz in der seanchanischen Gesellschaft wird fraglos vom Adel gehalten, beschränkt auf jene, die "vom Blut" sind. Ursprünglich waren das nur Nachfahren von entweder Luthair Paendrag selbst oder Mitgliedern seiner Armeen, aber über die Jahrhunderte hat sich die Adelsgesellschaft verändert. Heutzutage ist es möglich, obwohl selten, sogar für einen gemeinen Soldaten, als Belohnung erhoben zu werden. Die Kinder und Nachkommen dieses Soldaten werden auch Mitglieder des Blutes sein.

Das Kaiserreich wird derzeit von der Kaiserin vom Hof der Neun Monde regiert, wo sie über den berühmten Kristallthron regiert. Als direkte Nachfahrin von Luthair Paendrag angesehen ist sie die absolute Monarchin von ganz Seanchan und wird als das fleischgewordene Kaiserreich betrachtet.

Die Thronfolge wird nicht durch das Geschlecht geregelt oder geht auf das erstgeborene Kind über wie in vielen anderen Königreichen; die Kaiserin wird ihren Nachfolger unter der unmittelbaren königlichen Familie aussuchen. Wie man sich vorstellen kann, konkurrieren die Familienmitglieder erbittert um das Wohlwollen der Kaiserin. Verschwörungen und Intrigen zwischen den Anwärtern werden nicht nur erwartet, sie werden tatsächlich ermutigt. Die Seanchaner glauben, dass solches Verhalten, wenn es erfolgreich ist, Stärke und die Fähigkeit zum Führen zeigt - jedenfalls von der Art,wie Seanchan es schätzen. Gewissermaßen treten all die Machtkämpfe zwischen rivalisierenden Ländern und Herrschern in der prä-Paendrag-Zeit von Seanchan jetzt zwischen Rivalen der herrschenden Klasse auf.

Erscheinungsbild und Hofsitte sind äußerst Wichtig für die Seanchan, und körperliche Ausdrucksformen des Ranges sind unerlässlich. Die Art, auf welche Seanchan ihren Kopf rasieren, untermalt diesen Punkt.

Mitglieder des Blutes rasieren die Seiten des Kopfes, einen Haarschopf oben auf dem Kopf lassend, der oft bis über den Rücken reicht. Eine Stimme des Blutes wird die linke Seite des Kopfes rasiert tragen und die rechte Seite geflochten. Eine Stimme des Throns wird die rechte Seite rasieren und die linke Seite geflochten tragen. Mitglieder der Kaiserlichen Familie rasieren ihre Köpfe vollständig. Gemeine rasieren keinen Teil ihrer Köpfe. Unter den Seanchan zeigt niemand seine Glatze in der Öffentlichkeit. Männer, die glatzköpfig gehen, tragen normalerweise eine Perücke oder müssen ihre Köpfe zumindest mit einer Kappe bedecken.

Lange lackierte Fingernägel sind ein anderes sichtbares Zeichen des Ranges. Je mehr lackierte Fingernägel, desto höher der Rang des Adligen. Alle Adligen, beginnend mit den niedersten, tragen übertrieben lange Fingernägel, und lackieren mindestens den des kleinen Fingers. Hochlords oder -ladies bemalen die Nägel ihrer Ringfinger ebenso. Mitglieder der königlichen Familie haben drei bemalte lange Nägel, den kleinen, mittleren und den Ringfinger, und lassen nur den Zeigefinger und den Daumen frei. Der Herrscher hat alle fünf Nägel lackiert. Die Nägel jedes Lords und jeder Lady sind in Farben lackiert, die auf ihre Häuser hindeuten.

Kaiserliche KontrolleBearbeiten

Die kaiserliche Familie behält ihre Macht sowohl durch Einschüchterung als auch durch Manipulation. Der Kristallthron ist ein großer Ter'angreal, der jedem, der sich ihm nähert, Ehrfurcht und Bewunderung einflößt. Natürlich ist es nur dem regierenden Monarchen erlaubt, ihn zu benutzen.

Die Mitglieder der Kaiserlichen Familie und des Blutes sprechen auch selten direkt mit jemandem von niedrigerem Rang als sie selbst, außer um ihnen eine außerordentliche Ehre zu erweisen. Der Großteil der Kommunikation wird durch eine "Stimme" erledigt, einen Diener, normalerweise erblich, der tatsächlich für seine(n)/ihre(n) Meister oder Herrin spricht. Die Stimme erhält Instruktionen durch eine Vielzahl subtiler, nonverbaler Gesten vom Meister. Es ist einer Person niedrigeren Ranges ist es verboten, Augenkontakt mit einer Höheren aufzunehmen. Sogar die Stimme darf dem Meister niemals direkt in die Augen sehen, während sie auf Signale oder Kommandos wartet.

Seanchanische EhreBearbeiten

Abgesehen von den politischen Machenschaften des seanchanischen Lebens ist Ehre äußerst wichtig für sie. Sie praktizieren eine idealisierte Form von Ritterlichkeit, die auf dem Wert ihres Wortes beruht. Für sie wird ein Wort, das einmal gegeben wurde, als absolut betrachtet. Das gilt für alle - Männer, Frauen, Sklaven oder Adlige. Für die Seanchan werden Ehre und Status direkt verbunden mit der Fähigkeit, jemandem in die Augen zu sehen. Das Wort Sei'taer bedeutet in der Alten Sprache wörtlich "direkte Augen" oder "ebenbürtige Augen". Unter den Seanchan bedeutet von jemandem zu sagen, er "hat Sei'taer" oder "ist Sei'taer", dass er "Gesicht" hat oder Ehre. "Gesicht" kann gemindert oder verdient werden. Es kann auch verloren werden. Die Seanchan sagen, dass jemand "sei'mosiev ist" oder  "sei'mosiev geworden ist", was bedeutet, dass er "an Gesicht verloren hat". In der Alten Sprache bedeutet sei'mosiev wörtlich übersetzt "gesenkte Augen" oder "niedergeschlagene Augen". Jemand kann sei'mosiev werden durch seine eigenen Handlungen oder nicht-Handlungen oder durch die Handlungen oder nicht-Handlungen eines anderen.

Imperiale SicherheitBearbeiten

Die Schwerter Seanchanischer Krieger und Adliger haben dicke, gebogene Klingen mit einem zu einem Viertel oder einem Drittel schwarzen Messerrücken und einen Zweihandgriff, die Parierstange ist geformt wie ein C oder eine Mondsichel. Der Schwertknauf ist ein Aufsatz. Unter Adligen ist er normalerweise in der Form eines Tierkopfes geformt, der Griff selbst ist manchmal wie eine Frauenfigur oder eine phantasievolle Kreatur geformt, und Schwert und Scheide sind mit Gold und Juwelen verziert.

Seanchanische Krieger nutzen auch Speere, die mit Quasten in der Farbe des Hauses verziert sind, und Schilde, die ebenfalls in der Hausfarbe lackiert sind, außer die Wächter der Todesgarde, deren Farbe sowohl bei Speer als auch Schild schwarz ist.

Zu den am meisten geehrten kaiserlichen Sklaven gehören die Wachen der Todesgarde, die persönliche Garde der kaiserlichen Familie. Sie sind bekannt für ihre Bereitschaft zu töten oder zu sterben, egal was notwendiger ist, und können leicht erkannt werden an ihren schwarz betressten Speeren und schwarz lackierten Schilden. Obwohl die Garde eigentlich das Eigentum der Kaiserlichen Personen sind, werden sie oft an andere als Zeichen kaiserlicher Gunst an andere verliehen. Die elitärste Abteilung der Todesgarde ist beauftragt mit der persönlichen Sicherheit der Kaiserin und ihrer unmittelbaren Familie. Diese Wachen  werden niemals verliehen, noch sind sie alle menschlich. Ogier machen einen Teil der Todesgarde aus, obwohl sie die einzigen sind, die kein Eigentum sind, und sie gelten als äußerst wild und tödlicher als ihre menschlichen Gegenstücke. Die Ogier der Todesgarde haben im Gegensatz zu ihren Brüdern und Schwestern auf der anderen Seite des Ozeans ein grimmiges Auftreten und eine eben solche Handlungsweise.

Ebenfalls mit der kaiserlichen Sicherheit beauftragt sind die Wahrheitssucher, eine Polizei und Spionageorganisation, die dem Kaiserlichen Thron gehört. Die umfangreiche Macht, die den Suchern garantiert wurde, macht sie hoch respektiert und sehr gefürchtet. Ausgesucht aus allen Schichten der Gesellschaft, obwohl grundsätzlich nicht aus dem Blut, bekommen Sucher beinahe uneingeschränkte Macht. Zu einem Sucher gemacht zu werden ist eine große Ehre und der Weg zu hohem Ansehen. Obwohl Sucher Eigentum sind, dürfen sie jeden einsperren, der ihre Fragen nicht beantwortet oder nicht vollständig mit ihnen kooperiert. Sogar jene vom Blut sind keine Ausnahme. Nicht mit ihnen zu kooperieren gilt als Hochverrat. Die Sucher selbst definieren nur das Level von erforderlicher Kooperation, das Subjekt wird von der Kaiserin eingeschätzt. Sie sind ausschließlich der Kaiserin selbst loyal.

Die Wahrheitssucher jagen Schattenfreunde und handeln als Geheimpolizei. Der Gebrauch von Suchern macht die Jagd nach Schattenfreunden organisierter als in anderen Königreichen, obwohl der Anteil an Schattenfreunden niemals niedriger zu sein schien als zu der Zeit, bevor die Sucher ihre Jagd begannen. Als Geheimpolizei rotten sie verräterisches Verhalten aus und funktionieren oft auch als Folterknechte.

Die meisten Gefangenen der Sucher werden im verbotenen Turm der Raben gefangen gehalten, dem zentralen kaiserlichen Gefängnis. Viele der Gefangenen, die dort gehalten werden, sind vom Blut. Seit niemand mehr einen Tropfen des Blutes von jemandem vergießen darf, der vom Blut ist, sind die Folterer gezwungen, sich unblutige, aber unerträglich schmerzhafte Methoden der Befragung für die Adligen auszudenken, die dort untergebracht sind. Die Herausforderung besteht darin, das Subjekt zu brechen, ohne ihm zu erlauben, irgendwelches Blut zu verlieren. Die meisten Gefangenen, die wissen, dass sie bestimmt sind für den Turm der Raben, begehen Selbstmord.

Die RückkehrBearbeiten

Sowohl der Turm der Raben als auch der Hof der Neun Monde befinden sich in Seandar, der kaiserlichen Hauptstadt, die sich im Nordosten des seanchanischen Kontinents befindet. Seandar ist die größte Stadt im Kaiserreich. Die anderen Hauptstädte in absteigender Reihenfolge der Größe sind: Kirendad, Noren M'Shar, Asinbayar, Qirat, Imfaral (Standort der Türme der Mitternacht), Sohima, T'zura, Anangore, Shon Kifar und Rampore.

In den frühen Tagen der Eroberung machte Luthair Paendrag kein Geheimnis aus der Tatsache, dass er plante, Seanchan zum Kaiserreich seines Vaters auf der anderen Seite des Ozeans hinzuzufügen. Als die Nachricht von Falkenflügels Tod kam, gefolgt von keinen anderen, kam Luthair auf die offensichtlichste Schlussfolgerung: etwas war mit dem Kaiserreich passiert. Luthairs Ziel änderte sich von der einfachen Hinzufügung Seanchans zu Falkenflügels Reich in die Nutzung von Seanchan, um seine Stärke sicherzustellen und, wenn notwendig, um es mit zurück zu nehmen und Falkenflügels Tod zu rächen. Seanchan brach auf zur Corenne, der Rückkehr.

Es war lange nach Luthairs Tod, dass die ersten Schiffe schließlich in der Lage waren, zurück über das Aryth-Meer nach Falme zu segeln. Die Seanchan in den mehr als fünfhundert Schiffen aller Größe nannten sich selbst Hailene, oder in der Alten Sprache "Jene, die vorher kamen" oder "Vorreiter". Sie waren die Aufklärer für die seanchanisches Invasionsmacht. Wenn sie das Kaiserreich ganz fanden, würden sie das Willkommen genießen, das man ihnen schuldete, und würden Nachricht zurück senden. Wenn sie es sehr verändert seit Falkenflügels Tagen vorfinden würden, wie es auch war, würden sie den Weg für die Rückkehrer vorbereiten, wenn nötig durch militärische Invasion.

Die Invasionsmacht, aus verschiedenen Flotten bestehend, und alle Größen von Schiffen vom Größten bis zum kleinsten sammelte sich in jedem Hafen Zuflüssen der östlichen Küste von Seanchan. Sie besteht aus tausenden von Schiffen und hunderttausenden von Menschen. Die Invasionsflotte der Corenne ist seit über einem Jahrhundert in Planung und wartet nur auf das Kommando der Kaiserin, über das Aryth-Meer zu segeln und das Heimatland von Seanchans erstem Kaiser zurückzuerobern.

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki