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Vorwort

Die Welt seit der Zerstörung

Im Land

"Die Kurzen Wege" ist das zweiundzwanzigste Kapitel von Die Welt von Robert Jordans Das Rad der Zeit.

© Robert Jordan, Übersetzung von Nessaia Quelle: http://wot.books.free.fr/world/

Das GeschenkBearbeiten

Während der Zerstörung fühlten sich die wenigen Ogier, die in ihren Stedding verblieben waren, irgendwie gefangen dort - das Chaos hatte das Reisen zwischen Stedding gefährlich bis fast zum Punkt der Unmöglichkeit gemacht - so dass die Ogier, die ihre Heimat behalten hatten, sich einer anderen Art von Exil gegenüber sahen, dem Kontaktverlust mit ihren Brüdern und Schwestern in anderen Stedding.

Zu dieser Zeit wurde vielen männlichen Aes Sedai, die noch nicht dem Wahnsinn verfallen waren, Zuflucht in den Stedding gewährt. Nur dort konnten sie frei von dem Makel sein, den der Dunkle König auf Saidin gelegt hatte. Als Dank für diesen Schutz machte eine Gruppe von Aes Sedai ein Geschenk für die Ogier, ein Geschenk das den Ogiern erlauben würde, von einem Stedding zum anderen sicher zu reisen: das Geschenk waren die "Wege", Pfade von einem Stedding zu einem anderen, aus der Einen Macht gewachsen. Die Wege waren eine abgetrennte Welt, denn sogar wenn das Land zwischen zwei Stedding zerbrochen oder verändert war, waren die Wege zwischen ihnen unverändert, frei von der Zerstörung.

Schließlich verließen alle männlichen Aes Sedai die Stedding, gezogen von dem Bedürfnis, die Wahre Quelle zu fühlen und der aussichtslosen Hoffnung, dass der Makel auf Saidin verschwunden war. Bevor sie gingen, gaben sie den Ogiern ein anderes Geschenk, den Talisman des Wachsens.

Das WegtorBearbeiten

Der Talisman des Wachsens ist ein Ter'angreal, der durch gewisse Arten des Gesangs, wie der Ogier Baumgesang, ausgelöst wird. Er erlaubt es den Ogiern, die Wege auszuweiten, nachdem die Aes Sedai gegangen waren. Als verlorene Stedding gefunden würden, ließen die Ogier Wege zu ihnen wachsen. Der Talisman kann keinen komplett neuen Weg zwischen zwei Punkten erschaffen, aber es kann eine Abzweigung "wachsen" lassen von einem bereits existierenden Weg, und die Ogier können dieses Wachsen zu einer "Blume" singen, der "Blume" des Wegtors, dem einzigen Teil der Wege, das sich tatsächlich in der Welt befindet. Wegtore in solch komplizierten organischen Details ausgearbeitet, dass sie eine Wand lebendiger Ranken und Blumen zu sein scheinen, bedeckt mit feinstem Steinstaub. Wenn sie aktiviert werden, normalerweise dadurch, den "Schlüssel" zu bewegen, der als abnehmbares Avendesora-Blatt geformt ist, verändert sich das gemeißelte Blattwerk langsam zu lebendem Buschwerk und die Doppeltür des Tors schwingt nah außen auf, um eine glatte, spiegelgleiche, durchlässige Barriere zu enthüllen.

Jedes Wegtor hat zwei der Avendesora-Blatt-Schlüssel, einen auf der Innenseite und einen auf der Außenseite. Die Tore können verschlossen werden, indem man beide Blätter auf der gleichen Seite anbringt, was das normale Öffnen von der anderen Seite verhindert.

Weil die Wege mit der Einen Macht gebaut wurden, die nicht innerhalb eines Stedding funktionieren würde, befinden sich die Wegtore immer außerhalb eines Stedding. Als das Netzwerk der Wege wuchs, verband es schließlich nicht nur die Stedding, sondern auch die großen von Ogiern gebauten Städte, was den Ogiern leichten Zugang erlaubte. Die Ogier pflanzten außerhalb der Städte Haine, gefüllt mit einer großen Anzahl von Pflanzen und Bäumen, inklusive der Großen Bäume, um es den Ogiern, die dort arbeiteten, angenehm zu machen, so dass das Sehnen sie nicht ergreifen würde. Die Wege wurden auch zu diesen Hainen wachsen gelassen. Viele diese Haine sind seitdem verschwunden. Der Hain in Caemlyn wurde durch die Vergrößerung der Stadt geschluckt; der in Cairhien wurde vernachlässigt, bis er sich nicht mehr von jedem anderen Wald unterschied. Der Hain außerhalb von Tear ist jetzt eine leere Weide und Illians wurde in einen königlichen Park für den König und seine Günstlinge verwandelt; in jedem Fall existieren die Wegtore selbst immer noch, obwohl sie jetzt vielleicht in einem Innenhof stehen oder sogar im Keller eines modernen Gebäudes.

In den WegenBearbeiten

Die Wege selbst sind auf eine Art lebendig, die selbst die Ogier nicht verstehen und die Aes Sedai vergessen haben. Sie existieren durch die Eine Macht außerhalb der normalen Grenzen von Zeit und Raum. Viele Ogier glauben, dass sie tatsächlich eine Welt für sich selbst sind, nur durch die Wege verbunden. In jedem Fall gelten normale physikalische Regeln nicht im Netzwerk der Wege. Rampen, Inseln und Brücken scheinen frei in einer gewaltigen Leere zu hängen, manchmal übereinander, mit keiner offensichtlichen Unterstützung. Richtungsangaben wie Norden und Süden, hoch oder runter haben keine wirkliche Bedeutung in den Wegen, und Wege winden sich oft nach oben oder unten ohne offensichtlichen Grund. Ein Tagesmarsch mag einen Reisenden über eine Entfernung von mehr als hundert oder sogar fünfhundert Meilen Entfernung zu seinem Startpunkt bringen, je nachdem welcher Pfad genommen wird. Leitsteine - große Steinplatten, mit metallischer Ogierschrift eingelegt - stehen auf jedem Verbindungspunkt verschiedener Wege. Steinerne Wegweisersäulen, auch in Ogierschrift, markieren den Eingang zu jeder Brücke und Rampe.

Laut der Aufzeichnungen der Ogier waren die Wege einstmals gut beleuchtet, so dass ein Reisender die Myriaden von Inseln in der riesigen Weite erscheinen sehen konnte. Tag und Nacht haben keine Bedeutung. Es war immer Tag in den Wegen. Die Inseln selbst waren üppig bewachsen mit Teppichen von dickem Grad und einer Vielzahl von Früchte tragenden Bäumen. Mit einer Größe von fünfzig bis über einhundert Fuß im Durchmesser variieren diese Inseln von langen Ovalen bis zu perfekt runden Kreisen. Jede grüne Insel hatte Geländer rund herum gewachsen, vielleicht um unachtsame Reisende oder Lasttiere davon abzuhalten, aus versehen herunterzufallen. Die Brücken hatten auch Geländer, aber die breiten Rampen, die Inseln und Brücken verbinden, haben keine, außer einer brusthohen Balustrade von weißem Stein, wo sie sich treffen.

Ogier und von Ogiern geleitete Menschen waren die einzigen, die die Wege nutzten. Einige Aes Sedai Dokumente lassen vermuten, dass die Aes Sedai, die die Wege kreierten, vielleicht Fallen für Schattengezücht platziert haben, die vielleicht versuchen, Zutritt zu erlangen. Beweise für diese Fallen sind entdeckt worden, zusammen mit den Schattengezücht-Opfern, aber es gibt Grund zu glauben, dass solche Fallen nicht länger effektiv sind.

Verfall der WegeBearbeiten

Für beinahe zweitausend Jahre versprachen die Wege sicheren Durchgang für Ogier und Menschen. Dann, während des Hundertjährigen Krieges, begannen sie, sich zu verändern, wurden allmählich dunkel und trübe. Die Veränderung war so langsam, dass nur wenige sie bemerkten, bis die Dunkelheit die Brücken umhüllte. Nicht alle Reisenden, die hinein gingen, kamen auch wieder heraus, und über die Zeit wuchsen die Zahlen der Reisenden, die verschwanden, von ein paar zu vielen. Einige, die zurück kamen, waren wahnsinnig geworden. Jene, die noch sprechen konnten, phantasierten von Machin Shin, oder einer Präsenz, die sie aus dem Schatten beobachtete. Die Wege wurden vollständig dunkel. Die Ogierältesten verbaten jedem Ogier oder Menschen das Reisen in den Wegen, da die Dunkelheit und die Kreatur, die die Wege durchstreift, sie tödlich gemacht hatten. Die wenigen, die es gewagt haben, in den heutigen Jahren durch die Wege zu reisen, berichten, dass der organische Stein, einst wunderschön und glatt, nun zerfressen und zerbrochen ist, manchmal bis zu dem Punkt, dass er zerfällt, wenn man ihn berührt. Die Bäume und das Gras, das einst die Inseln zierte, sind schon lange verschwunden, und die Dunkelheit ist dick, tiefer als die Nacht, und resistent gegen jedes Licht, das von außen mit hinein gebracht wird.

Die Wege wurden durch die Eine Macht von männlichen Aes Sedai geschaffen, und dadurch mit Saidin. Der Verfall der Wege ist beinahe sicher ein Resultat des Makels auf Saidin, der in das sickert, das mit ihm geschaffen wurde, nicht von irgend einer Berührung des Schattens selbst, obwohl dieser Unterschied sie kaum weniger tödlich macht.

Machin Shin

Seit die Dunkelheit auf den Wegen erschien, jagt etwas in ihren Tiefen. Ein kalter Wind, der mit Stimmen von Tod und Verderben heult, bläst durch die Wege, wo kein Wind wehen sollte. Von den Ogiern Machin Shin, der Schwarze Wind, genannt, jagt es durch die Wege und nährt sich von unachtsamen Reisenden. Sogar die Ogier wissen nicht, was es ist. Möglicherweise, da die Wege aus der verunreinigten Macht geboren wurden, wurde der Schwarze Wind auch aus der Verderbnis geboren. Einige sagen, dass es vielleicht ein Parasit ist, natürlich für die Wege, aber verdorben. Wieder andere glauben, dass es ein Überbleibsel aus dem Krieg des Schattens ist, das sich in den Wegen versteckte und nicht mehr den Weg hinaus findet. Was immer sein Ursprung ist, es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass Machin Shin Geist und Seelen stielt, und die Überlebenden als leere, lebende Hüllen zurück lässt. Es gibt wenig Zweifel, dass diese Kreatur alle Reisenden geholt hat, die in den Jahren verschwunden sind.

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