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Vorwort

Die Welt seit der Zerstörung

Im Land

"Der Hundertjährige Krieg" ist das dreizehnte Kapitel von Die Welt von Robert Jordans Das Rad der Zeit.

© Robert Jordan, Übersetzung von Nessaia Quelle: http://wot.books.free.fr/world/

InhaltBearbeiten

Artur Falkenflügels Tod hinterließ eine Große Lücke. Ohne lebende Erben, die sein Königreich übernehmen konnten - jedenfalls keiner, der es wagte, sich dazu zu erklären - hatte jeder starke Anführer eine berechtigte Chance, das Land zu regieren. Die mächtigsten Adligen begannen unmittelbar, um die Kontrolle über das Reich zu wetteifern, während andere die Gelegenheit nutzten, um sich kleinere Anteile zu erkämpfen. Beinahe sofort brach ein Krieg um die Reste des Erbes des Hochkönigs aus. Dieser Kampf, welcher große Teile des Landes zwischen dem Aryth-Meer und der Aiel-Wüste, vom Meer der Stürme bis zur Großen Fäule, entvölkerte, dauerte über ein Jahrhundert und würde später als Hundertjähriger Krieg bekannt werden. An seinem Ende war Artur Falkenflügels Reich zersplittert und die Nationen der heutigen Tage hatten sich aus den Trümmern erhoben, zusammen mit anderen, die nicht bis heute überlebt haben.

Die Weiße Burg überlebte das Chaos, obwohl dieses mal nur mit Hilfe von außerhalb. Trotz Falkenflügels Tod führte einer seiner Generäle, Souran Maravaile, die Belagerung der Weißen Burg fort, entschlossen, das zu beenden, was der Hochkönig begonnen hatte. Mit einer guten Portion der militärischen Einheiten des toten Königs wäre es möglich gewesen, dass Souran erfolgreich darin gewesen wäre, die Weiße Burg zu Fall zu bringen, aber viele Historiker schreiben es Deane Aryman zu, die zum Amyrlin-Sitz aufgestiegen war, als Bonwhin abgesetzt wurde, die Burg gerettet zu haben, indem sie Souran davon überzeugte, die Belagerung aufzuheben. Es ist sicher, dass sich Deane mit ihm getroffen und ernste Versuche unternahm, den Schaden wieder gut zu machen, den Bonwhin bei ihrem Versuch, Falkenflügel zu kontrollieren, angerichtet hatte, aber neue Beweise besagen jetzt, dass es tatsächlich Ishara, seine Geliebte und die Tochter von Falkenflügels Provinzgouverneur von Andor war, die Souran überzeugte, die Burg frei zu lassen. Deane schaffte es, wie auch immer, das Ansehen der Burg wiederherzustellen, und, wie man annimmt, versuchte sie die kämpfenden Adligen zu überzeugen, die Leitung der Burg zu akzeptieren und dadurch die Einheit des Landes wieder herzustellen, bis sie durch einen Sturz von ihrem Pferd getötet wurde. Der Krieg zwischen Adligen und Splittergruppen ging weiter, bis einzelne Nationen stark genug waren, ihnen zu widerstehen.

Einige Provinzen machten den Übergang zu einer nationalen Einheit relativ intakt, vorausgesetzt dass die regierende Familie stark genug war, sie zu halten und zu verteidigen. Andor war eine davon: Ishara erklärte Andor zur unabhängigen Nation und nahm den Titel als Königin an, aber sie war dem Königtum nicht fremd; die ehemalige Gouverneurin, Isharas Mutter, war die Tochter des letzten Königs von Aldeshar gewesen, bevor Falkenflügel es übernommen hatte.

Nachdem Souran seine Armee von Tar Valon abgezogen hatte, suchte er Ishara in Caemlyn auf, der Hauptstadt von Andor. Viele glauben, dass Ishara ihn davon überzeugte, die Belagerung zu beenden, weil sie wusste, dass sie die Unterstützung der Burg brauchen würde, um Andor während dem aufziehenden Krieg zu halten. Diese Vorstellung wird weiterhin unterstützt durch die Tatsache, dass sie versprach, ihre erste Tochter zum Training in die Burg zu schicken, ob sie die Macht lenken konnte oder nicht. Um die Unterstützung der Burg zu untermauern, machte sie es zum Gesetz, dass die älteste Tochter des Herrschers von Andor in der Burg trainieren würde, und dass der Herrscher eine Aes Sedai-Beraterin haben würde. Zu dieser Zeit war es noch nicht eingeführt, dass Andor immer einen weiblichen Herrscher haben würde.

Souran wurde im dreiundzwanzigsten Jahr des Krieges ermordet, und Ishara hätte einen Sohn gehabt, der ihr nachfolgt, wären nicht alle ihre Söhne ebenfalls gefallen. Um die Kontrolle über Andor durch ihre Familie zu erhalten übernahm ihre Tochter Alesinde den Thron. Alesindes Söhne starben ebenfalls im Krieg, eine Tochter hinterlassend, die den Löwenthron bestieg. Im Verlauf des Hundertjährigen Krieges regierten und erweiterten neun Königinnen Andor. Am Ende des Krieges war die Tradition fest verankert, dass nur eine Königin regieren würde, dass Söhne Soldaten werden würden, und der älteste Sohn der Anführer der Armeen.

Wegen Isharas Weitsicht war Andor eine der ersten Nationen, die sich aus Falkenflügels zerbrochenem Reich formten, wie auch eine der stärksten.

Andor war eine der wenigen Nationen, die es schafften, sowohl Souveränität wie auch Stabilität während dem Hundertjährigen Krieg zu bewahren. Die meiste Anerkennung gebührt den ersten neun Königinnen von Andor, jenen, welche die Nation während des Krieges zusammen hielten (die angegebenen Daten erscheinen als die zuverlässigsten):

  1. Ishara; FJ 994 bis FJ 1020
  2. Alesinde; FJ 1020 bis FJ 1035
  3. Melasune; FJ 1035 bis FJ 1046
  4. Termylle; FJ 1046 bis FJ 1054
  5. Maragaine; FJ 1054 bis FJ 1073
  6. Astara; FJ 1073 bis FJ 1085
  7. Telaisien; FJ 1085 bis FJ 1103
  8. Morrigan; FJ 1103 bis FJ 1114
  9. Lyndelle übernahm den Thron im FJ 1114 und regierte für einundfünfzig Jahre.

Im Verlauf des Krieges formten sich viele Nationen, formierten sich neu, zerbrachen und formten sich wieder. Möglicherweise, nach über einem Jahrhundert des Konflikts, verstummten die Kämpfe allmählich, und endeten vollständig zirka FJ 1117.

Nicht nur Nationen wuchsen aus dem Chaos. Eine andere Blüte dieser Jahre waren die Kinder des Lichts; gegründet im FJ 1021 von Lothair Mantelar um gegen die Schattenfreunde zu predigen. Sie wurden ebenfalls durch die aggressive Natur der Zeiten verändert. Über die nächsten ungewöhnlichen neunzig Jahre entwickelten sie sich von asketischen Predigern, die bei Bedarf kämpfen konnten, in eine gut bewaffnete und disziplinierte militärische Organisation, die sich der kompletten Ausrottung von Schattenfreunden verschrieben hatte. Niemand weiß, wann ihnen der Name Weißmäntel gegeben wurde, aber es kann bezweifelt werden, dass irgendwer ihn jemals anders als abfällig benutzt hat, eine Tatsache, die den Kindern wohl bekannt ist.

Von den Kriegsjahren als ganzem verbleiben nur noch bruchstückhafte Berichte. FJ 994 bis FJ 1117 sind die allgemein anerkannten Daten, aber kein fachkundiger Historiker nimmt sie völlig ohne Fragen hin. Der heutige Kalender wurde zum größten Teil übernommen, weil so viel verloren gegangen war, dass es am Kriegsende umfangreiche Streitigkeiten darüber gab, welches Jahr denn nun eigentlich war. Während die Berichte den Anfang des Krieges nachdrücklich verankerten, hätte das aktuelle Jahr während seinem Ende jedes zwischen FJ 1115 bis FJ 1119 sein können. Und diese Zeitspanne beruhte auf dem Glauben, dass einige Schreiber tatsächlich das richtige Jahr verzeichnet hatten.

Wann genau die Fehler begannen, kann nicht mit Sicherheit festgestellt werden. Schon im dritten Jahrzehnt des Krieges berichteten verschiedene Quellen verschiedene Datumsangaben für das gleiche Ereignis, obwohl das wahrscheinlich einfach nur Fehler in der Berichterstattung oder beim Kopieren waren. Gegen Ende des Krieges notierten Schreiber im gleichen Land weitgehend unterschiedliche Daten für ihre örtliche königliche Nachfolge. Realistische Historiker haben ein zugegebenermaßen eigenwilliges Protokoll eingeführt, das dessen Daten im ersten Drittel des Krieges noch halbwegs genau sind, Daten im zweiten Drittel sind fragwürdig und Daten im letzten Drittel beruhen auf den besten Schätzungen. Wegen dieser Diskrepanzen wurde der Farede Kalender vorgeschlagen und nach dem Krieg übernommen, was das FJ 1135 (wie wir annehmen) zu Jahr 1 der Neuen Ära machte.

Vierundzwanzig Nationen erhoben sich während und kurz nach dem Krieg, inklusive der vierzehn bis heute überlebenden Länder. Diese Nationen waren Almoth, Altara, Amadicia, Andor, Arad Doman, Arafel, Cairhien, Caralain, Ghealdan, Goaban, Hardan, Illian, Irenvelle, Kandor, Kintara, Mar Haddon, Maredo, Malkier, Mosara, Murandy, Saldaea, Shienar, Tear und Tarabon.

Malkier, dessen Zeichen ein goldener Kranich im Flug war, wurde von Trollocs im Herbst von 955 NÄ überrannt, und um 957 NÄ hatte die Fäule das Land komplett bedeckt, das als das Königreich der Sieben Türme bekannt gewesen war.

Obwohl Malkier die einzige Nation dieser Zeit war, die der Fäule zum Opfer fiel, war es sicherlich nicht die einzige Nation, die verschwand. Almoth, Caralain, Goaban, Hardan, Irenvelle, Kintara, Mar Haddon, Maredo und Mosara schwanden einfach dahin, bis um 600 NÄ nur noch ein paar Überbleibsel ihrer Bewohner überlebten, das für sich beanspruchend, das offensichtlich schon gegangen war. Einige Teile dieser Länder wurden zu verschiedenen Zeiten von anderen Nationen beansprucht, und um 800 NÄ waren sogar die Geister der gefallenen Nationen verschwunden, vielleicht noch einen Namen für das Land hinterlassend, wo seine Bewohner einst gediehen waren. Far Madding war die einzige Siedlung, die größer war als eine Kleinstadt oder ein Dorf, die von einer dieser gefallenen Nationen übrig blieb.

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